Amnesty International SRI LANKA

Impressum | Login

SRI LANKA

StartseiteBürgerkrieg

Der Bürgerkrieg

Während die Tamilen unter britischer Kolonialherrschaft die bevorzugte Ethnie der Kolonialherren gewesen waren, erfuhren sie nach 1948 systematische Benachteiligungen und staatlichen Repressionen, die 1956 in der „Sinhala Only“ Politik (Singhalesich als Staatssprache) des Präsidenten Bandaranaike ihren Höhepunkt fand.

1972 erhielt Sri Lanka eine neue Verfassung und den singalesischen Namen Sri Lanka. Singalesisch wurde verfassungsmäßig als offizielle Sprache erklärt und tamilisch als Gegenstand einfacher Gesetzgebung. Der Buddismus wurde verfassungsmäßig als schützenswerte Religion festgelegt.

1973 wurde durch Einführung eines Standardisierungssystems die Singalesen bei der Vergabe der Studienplätze bevorzugt.

Im Jahr 1976 schlossen sich die Tamilen der Vaddukoddai Resolution an, in der ein eigenständiger Staat Tamil Eelam im Nordosten gefordert wird. Im Jahr 1977 errang die Tamil United Liberation Front (TULF) mit diesem separatistischen Wahlprogramm einen überragenden Sieg im Nordosten.

Im Jahr 1978 wurde durch eine Verfassungsänderung separatistische Bestrebungen verboten. Daraufhin verlassen moderate tamilische Akteure das Land und gehen ins Exil nach Indien.

In dieses Machtvakuum dringt Velupillai Prabhakaran mit Gründung der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) ein und bekämpft andere tamilische Gruppierungen.

Der Beginn des Bürgerkrieges wird mit dem Jahr 1983 festgemacht, als nach Anschlägen der LTTE ein Progrom gegen Tamilen in Colombo stattfand. Die Auseinandersetzungen bis 1987 wird als Eelam War I bezeichnet

Im Jahr 1987 internvenierte Indien mit Zustimmung der damaligen sri-lankischen Regierung, zog seine Friedenstruppen aber 1990 nach schweren Verlusten wieder ab.

1990 brach Eelam War II aus. Der fünf Jahre andauernde Krieg zeichnete sich durch eine deutlich höhere Brutalität aus, die die Zivilbevölkerung in besonderer Weise traf. Die LTTE hat dabei die Jaffna-Halbinsel ethnisch „gesäubert“ und die dort lebenden Muslime in das Regierungsgebiet vertrieben oder getötet, wo einige heute noch in Lagern nahe Puttalam leben.

Am 21.5.1991 töteten LTTE Selbstmordattentäter den indischen Präsidenten Rajiv Ghandi

Im Januar 1995 wurde ein Waffenstillstand geschlossen und Eelam War II beendet.

Im April 1995 begann Eelam War III in dem es der Sri Lankischen Armee gelang, die Jaffna Halbinsel wieder einzunehmen. Die Kampfhandlungen sowie Druck seitens der LTTE zwangen mehr als 350.000 Tamilen zur Flucht in die unzugängliche Vanni-Region im nördlichen Zentrum der Insel.

Das Verfassungsreformprojekt Constitution 2000 der Präsidentin Chandrika Kumaratunga Bandaranaike mit weitreichenden Zugeständnissen an die tamilische Bevölkerung, insbesondere in Form einer umfassenden Dezentralisierung, scheiterte 1999 durch die Ermordung des tamilischen Verhandlungsführers Neelan Tiruchelvam durch die LTTE und endgültig im August 2000, als deutlich wurde, dass die erforderliche verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit im Parlament nicht zustande kommt.

Im Februar 2002 wurde auf Vermittlung der norwegischen Regierung ein Waffenstillstandsabkommen zwischen der Regierung und der LTTE unterzeichnet und eine Mission zur Überwachung (SLMM) eingerichtet. Aus den anschließenden Friedensverhandlungen unter Vermittlung Norwegens zog sich die LTTE im Jahr 2003 zurück.

2004 hatte sich die Karuna-Gruppe, vormals Vertraute der LTTE von diesen abgespalten und mit Regierungsunterstützung den Osten Sri Lankas im Juli 2007 besetzt um dort eine Gewalt- und Willkürherrschaft auszuüben, ihnen werden Ermordungen von LTTE Kadern, tamilischen Politikern, Rekrutierung von Kindersoldaten und Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung zur Last gelegt.

Nach einem Angriff auf Vertreter der Beobachtermission für Sri Lanka (SLMM) durch die LTTE "Sea Tigers" hat die EU die LTTE im Mai 2006 auf die Liste terrorisicher Organisationen gesetzt und Konten eingefroren.

Im Juli 2006 verstärkte Präsident Rajapaksa die militärische Offensive.

Präsident Mahinda Rajapaksa erläßt am 6. Dezember 2006 eine Ergänzung zu den bestehenden ER. Diese zusätzlichen Regelungen waren eine Antwort auf ein Mordanschlag auf Verteidigungsminister Gotabhaya Rajapyksa.

Das Parlament kündigte im Januar 2008 den in 2002 geschlossenen Waffenstillstand auf, damit hat der schon länger begonnene Eelam War IV offiziell begonnen.

In der letzten Phase der Kampfhandlungen wurden bis zu 300.000 Zivilisten im kontinuierlich schrumpfenden Kampfgebiet im Nordwesten eingeschlossen und Artilleriebeschuss, Bombardierungen, Hunger, Durst und Mangel an medizinischer Versorgung ausgesetzt.

Am 18.5.2009 erklärt Armeechef Sarath Fonseka den Bürgerkrieg mit der Niederlage der LTTE für beendet.

Bürgerkrieg